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Liebe Leserinnen und Leser,

Zeitungsverbände betonen zwar immer wieder die Relevanz regionaler Zeitungen, gedruckt wie digital. Verantwortliche Chefredakteure geben jedoch zu, dass das Produkt regionale Tageszeitung bei vielen Menschen nicht mehr in den Alltag passt. Das führt zu Umbrüchen auf vielerlei Ebenen und es wird immer deutlicher: Verlage müssen sich ändern.

Wenn das digitale Abo das Geschäftsmodell der Zukunft für den Journalismus sein soll, müssen Medienunternehmen sich immer wieder fragen: Liefern wir relevante Inhalte für unsere Kunden? Stimmt die Verpackung und kommunizieren wir diese richtig? Und zu guter Letzt: Ist der Preis wirklich angemessen?

Die Fragen nach einer nachhaltigen Finanzierung für hochwertigen Onlinejournalismus werden wir vermutlich weder schnell noch allgemeingültig beantworten können. Aber es lohnt sich, die unterschiedlichen Chancen und Möglichkeiten systematisch zu testen und ausgiebig zu diskutieren - und wir freuen uns, bei der Suche nach Antworten tatkräftig zu unterstützen! 

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
Euer Team vom Journalismus Lab

Fragen der Finanzierung

Zahltag des Journalismus Labs: Digitale Erlösmodelle für den Journalismus von morgen  

Was kann man unternehmen, um unabhängigen Onlinejournalismus nachhaltig zu finanzieren? Um hierauf möglichst viele Antworten zu finden, trafen sich am 12. September in Köln rund 80 Expertinnen und Experten der Medienbranche, von denen einige eigens aus Hamburg, Hannover oder München angereist waren. Das Programm bestand aus einem knackigen Fachvortrag, einer ausführlichen Plenumsdiskussion und diversen Workshops. Fazit in einem Satz: wir sollten uns hierüber viel häufiger austauschen.

Rückblick: das war der Zahltag 2019


Erfolgsbeispiele und innovative Ideen

Welches Erfolgsrezept führt eigentlich zu welchem Erfolg?

Welche (Medien)Akteure stechen durch gute Ideen hervor und was macht ihren Erfolg aus? Die Lektüre der folgenden Beispiele zeigt, wie unterschiedlich die Projekte, Arbeitsweisen und Erfolgsmessungen ausfallen können. 
  • Was macht Journalismus wertvoll? Uwe Vetter, Chefredakteur der Sächsischen Zeitung, empfiehlt Redaktionen die drei E-s: exklusiv, exzellent, emotional. Christian Fahrenbach, Gründungsmitglied der Krautreporter, beschreibt acht Projekte, die sich durch inhaltliche Tiefe von der Masse abheben.
  • Mit welchen Formaten, Plattformen und Erzählweisen erreichen wir unser Publikum künftig am besten? Mediengründer Georg Watzlawek hat einen Leitfaden entwickelt, mit dessen Hilfe auch kleinste Redaktionen ihre News bei Alexa platzieren können. Digitaljournalistin Johanna Daher stellt diverse weitere Tools fürs digitale Storytelling vor.
  • Wie überzeugen wir die Menschen, für journalistische Inhalte zu bezahlen? Martin Fehrensen berichtet, wie er für seinen Fach-Newsletter eine ausreichende Anzahl zahlender Abonnenten gewinnen konnte. Der Wirtschafts-Newsletter Morning Brew zeigt sogar, wie man mit nur zehn Leuten drei Millionen Jahresumsatz macht.
  • Wie gestalten wir Bezahlvorgänge auf Dauer geschmeidiger? Dienstleister wie Contentpass, Laterpay oder Steady bieten interessante Ansätze. Das Startup SatoshiPay will demnächst auch Zahlungen via Blockchain ermöglichen. 
  • Welche Rolle spielt neue Technologie für die Verbreitung redaktioneller Inhalte? Kinder lieben die Toniebox und die dazu gehörigen Figuren. Hörspielverlage auch. Fünf Jahre nach dem Start liegt der Jahresumsatz der Tonies bei etwa 50 Millionen.   
Kennst Du weitere Projekte, deren Herangehensweisen erwähnenswert sind? Dann schreib uns gerne eine Mail: info@journalismuslab.de

Geförderte des Journalismus Labs machen von sich reden

Im Herbst 2018 haben wir unser Programm Reinvent Local Media ins Leben gerufen und diversen Mediengründern fachliche und sachliche Starthilfe gegeben. Die damals Geförderten machen weiterhin von sich reden.  
  • Steffi Krohmann und Simon Sturm haben ein Tool entwickelt, mit dessen Hilfe auch technische Laien Augmented Reality gestalten können: Deepify.
  • Laura Rohrbeck und Thorsten Lenze produzieren mit dem Videoguide Düsseldorf Social Media-taugliche Clips. Der Express beschreibt das Projekt als neuen digitalen Reiseführer.
  • Lenka Mildner und Thorsten Taplik wurden für ihre Plattform MIT Kidz vom Social Impact Lab gefördert. Im Interview mit deutsche-startups.de sprechen sie über das Ruhrgebiet als Startup-Standort
Veranstaltungskalender

Die wichtigsten Branchentermine der kommenden Wochen

25.-26.09. in Köln: Symposium Digitaljournalismus
Hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft und Praxis treffen sich bereits nächste Woche beim Symposium erfolgreicher Digitaljournalismus

14.10. in Berlin: Herbstforum der Initiative Qualität
Spannende Debatten über journalistisches Selbstverständnis, neue Rollenbilder und das Verhältnis zum Publikum bietet das Herbstforum der Initiative Qualität.

29.- 30.10. in Bochum: Ruhr Summit
Hunderte Unternehmen und tausende Besucher kommen zur großen Startup-Konferenz Ruhr Summit.

05.11. in Stuttgart: Journalismus der Dinge
Sensoren liefern Daten, vernetzte Gegenstände werden zu Ausspielgeräten. Was Redaktionen davon haben, erfährt man bei Deutschlands erster Journalismus der Dinge-Konferenz.

07.11. in Köln: Medienversammlung 
Die Medienversammlung versteht sich als Forum des Austausches und richtet sich an Wissenschaftler, Medienschaffende und die allgemeine Öffentlichkeit gleichermaßen. Das Programm ist noch erschienen, aber es gibt bereits die Möglichkeit der kostenlosen Anmeldung zur Medienversammlung.

Interessante Links

Simone Jost-Westendorf, Leiterin des Journalismus Labs der Landesanstalt für Medien NRW, sprach mit medienpolitik.net über unsere digitale Landkarte der Lokalmedien in NRW, medial unterversorgte Regionen und mögliche Gegenmaßnahmen. 

Zum Interview

Der Deutschlandfunk berichtet, dass man auf Online-Seiten von Regional- und Lokalzeitungen immer häufiger ein Abo abschließen muss, wenn man unbegrenzt Artikel lesen will. Der Zugang zu lokaler Information erhält somit wieder einen Wert.  

Medias Res: Wer lesen will, muss zahlen

Journalistik-Studierende der TU Dortmund haben sich mit der Zukunft des Lokaljournalismus befasst und für eine TV-Produktion bei NRWision diverse spannende Interviewgäste geladen. Die komplette Staffel steht nun kostenlos in der Mediathek unseres Vertrauens. 

Netflix für Lokaljournalisten: die Interview-Serie Lorakel

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