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Liebe Leserinnen und Leser,

die goldenen Zeiten der Tageszeitung sind offenbar vorbei, denn die Auflagen sinken seit Jahren, wie unlängst auch eine große Anfrage im Landtag für NRW bestätigte. Doch noch besteht Hoffnung, dass wachsende Digitalumsätze die aktuellen Printverluste eines Tages wettmachen. Optimistische Verlagsverantwortliche vermuten noch etwa fünf Jahre Durststrecke. Ist das realistisch?

Wir vom Journalismus Lab beobachten die Entwicklungen am Medienmarkt vor allem mit Blick auf Innovation und Vielfalt. Wir laden alle Beteiligten ein, sich bei der Gestaltung der Zukunft konstruktiv und produktiv einzubringen. Weil vielerorts neue Ideen gefragt sind, veranstalten wir auch dieses Jahr wieder einen Idea Sprint für Medienprofis. Machst Du mit?

Herzliche Grüße und viel Erfolg
Dein Team vom Journalismus Lab

Aktuelle Ausschreibungen und Veranstaltungen

Zeit für gute Ideen: Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW lädt ein zum Idea Sprint

Gute Medien-Ideen sollte man auf Herz und Nieren prüfen und zielgerichtet weiterentwickeln. Am besten im gemischten Team, in einer konzentrierten Zeitspanne, begleitet von erfahrenen Coaches und beurteilt von einer vielseitig besetzten Fachjury. Genau das alles erhältst Du beim Idea Sprint des Journalismus Labs!

Idea Sprint: Zur Anmeldung per Kurzbewerbung


Das Journalismus Lab der Landesanstalt für Medien NRW fördert Weiterbildungsangebote, die auf aktuelle 
Herausforderungen des Medienmarkts eingehen und Medienschaffende dabei unterstützen, innovative Medienformate, -produkte und -distributionswege zu entwickeln. Die Ausschreibung richtet sich an alle Institutionen und Personen, die in NRW moderne journalistische Fortbildung mit Expertise planen und erfolgreich umsetzen möchten.

Journalismus Lab fördert Weiterbildung: zur Ausschreibung 

9. März in Düsseldorf: Was tun gegen Hassrede im Netz?
Lübke, Umweltsau, Hanau - die Folgen von Hassrede werden immer spürbarer. Was Redaktionen unternehmen können, besprechen Community-Manager Jens Steinmann und Staatsanwalt Christoph Hebbecke beim Workshop Hasskommentare moderieren lernen.

9. März in Köln: Journalismus der Dinge

Alles ist vernetzt, überall fließen Daten: das Internet der Dinge könnte den Journalismus verändern wie einst das Internet selbst. Journalist Jacob Vicari zeigt Geschichten, Strategien und Prototypen in seinem Vortrag über den Journalismus der Dinge.

12. März in Düsseldorf: Über den Erfolg der Toniebox
Der digitale Audio-Markt hat großes Potenzial für Innovationen. Wirtschaftsredakteur Maximilian Nowroth und Toniebox-Gründer Marcus Stahl besprechen im Gewölbekeller des Düsseldorfer Rathauses, wie und warum Toniebox zur Erfolgsstory wurde.

28. März in Mainz: Konferenz für Journalistinnen
Die zweitägige DJV-Konferenz versteht sich als Plattform für den Austausch unter Journalistinnen und Medienfrauen zu relevanten Themen der Branche und des Berufs. Titel: Frau Macht Medien.

25. April in Düsseldorf: Journalismus mit Daten
Du willst besser mit Zahlen und Daten umgehen, vielleicht sogar ein wenig programmieren lernen? Ein eintägiges Event voller Vorträge und Workshops rund um datengetriebenen Journalismus ist die Journocon.

Interessante Links

Blick über den Tellerrand: Neue Technologien, neue Arbeitsweisen, neue Einnahmequellen?

Wer von den "goldenen Zeiten" schwärmt, sollte wissen: in der Geschichte der Presse war das Gold bisher eher eine Ausnahme, nicht die Regel (1). Passend dazu markiert der weltweit anerkannte Reuters Report zwei beunruhigende Journalismus-Trends, und zwar ein romantisch verklärtes Selbstbild der Medienschaffenden sowie den Hang zu mittelmäßig durchdachten Zukunftsstrategien (2). 

Pia Frey von Opinary ist überzeugt, Redaktionen können sich die Distanz zu ihren Lesern nicht länger leisten. Sie bricht die Lanze für Audience Development und Engagement (3). Das Media Lab von New York City hingegen sieht große Potenziale für den Einsatz künstlicher Intelligenz, Blockchain und Augmented Reality im Journalismus (4). Dr. Christopher Buschow, der schwerpunktmäßig zu Unternehmensgründungen in der Medienbranche forscht und lehrt, meint sogar, man müsse "die Redaktion neu denken" (5).

Kein Trend scheint mehr sicher, aber die Möglichkeiten für Experimente waren selten vielseitiger: Der britische Economist etwa verdient dank stetiger Optimierung der Nutzererfahrung mit seinen digitalen Angeboten mittlerweile mehr als mit den gedruckten (6). Und während der deutsche Spiegel digital gerade erstmals komplett ohne Werbung angeboten wird (7), macht die junge US-Medienmarke Complex vor allem mit Events und E-Commerce Millionen-Umsätze (8).

Doch was ist nun das Patentrezept?  

Jarrod Dicker, Digitalstratege bei der Washington Post, lädt bei Twitter zur Diskussion über zeitgemäße Journalismus-Finanzierung. Seine These (frei übersetzt): "Das größte Geheimnis beim Aufbau eines modernen Mediengeschäfts besteht darin, sich nicht unmittelbar auf die Monetarisierung von Inhalten zu konzentrieren. Das ist die Falle. Der Inhalt öffnet den Trichter, aber neue Möglichkeiten ergeben sich meist erst aus dem Aufbau der Glaubwürdigkeit" (9).

Glaubwürdigkeit wiederum entsteht vermutlich am ehesten durch einen konstruktiven Dialog mit den Menschen da draußen. Die taz zum Beispiel wollte von ihrer Leserschaft wissen, was genau die von ihrem Medium in Zukunft erwarten. 12.824 Menschen haben geantwortet (10). 

Zum Weiterlesen:

1) Nieman Lab: das goldene Zeitalter war die Ausnahme 
2) Reuters Report: ein Megatrend und zwei offene Fragen
3) Frey: Eine Lanze fürs Audience Engagement
4) New York Media Lab: KI im Journalismus
5) Buschow: Es gilt, die Redaktion neu zu denken 
6) Economist: mehr Umsatz dank strategischer Experimente
7) Spiegel: Digitale Ausgabe jetzt auch ohne Werbung
8) Complex: Medienmarke gewinnt mit Events und E-Commerce
9) Twitter-Debatte: "Don't focus on monetizing content"
10) taz-Reform: Erkenntnisse durch Leser*innen-Befragung


Inspiration bei der Themenfindung
Manche Themen sind zwar gesellschaftlich relevant, werden von den Medien aber nicht oder nur unzureichend oder gar nicht beleuchtet. Die Initiative Nachrichtenaufklärung veröffentlicht deshalb jedes Jahr eine Top-Liste vergessener Nachrichtenthemen

Kooperation und Unterstützung bei der Recherche
Das Recherchezentrum Correctiv betreibt ein Netzwerk für investigative lokale Recherchen. Wie das läuft und was noch kommen soll, erläutert deren Leiter Jonathan Sachse in einem Twitter-Thread über Correctiv.Lokal

Tipps und Tricks bei der Medienproduktion
Online-Fotos mit klickbarer Zusatz-Info versehen? Digitaljournalistin Johanna Daher erklärt, wozu das gut sein kann und wie es geht: So erstellst Du interaktive Bilder mit genial.ly.

Digitale Distribution: so geht Newsletter
Wie gestaltet man gute Newsletter? Was sollte man beachten, und wie verdient man damit eventuell sogar Geld? Das alles steht im englischsprachigen Leitfaden How to Create a Newsletter.

Beim Zahltag der Landesanstalt für Medien NRW wurde nicht nur eifrig diskutiert über digitale Erlösmodelle für den Journalismus von morgen, sondern es bestand auch reger Austausch über die zur Tagung gehörenden Plakat-Sprüche. Aufgrund der hohen, wiederholten Nachfrage stellen wir nun sämtliche Plakate als druckfertige PDF zur Verfügung. 

Plakate des Journalismus Lab als kostenlose Druckvorlage

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