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Lieber Medienmensch,

einerseits ist die Corona-Krise aus wirtschaftlicher Sicht auch eine Medienkrise, andererseits ist gerade im Ausnahmezustand guter Journalismus gefragter denn je. Wie lösen wir diesen Widerspruch auf?

Um Dir in diesen schwierigen Zeit möglichst viel Inspiration und Hilfe anbieten, ist unser Newsletter dieses Mal etwas umfangreicher geworden. Wenn er Dir gefällt, empfehle ihn gerne weiter: www.journalismuslab.de/newsletter.  

Bleib gesund und hab ein paar erhellende Ostertage
Dein Team vom Journalismus Lab

Aktuelle Termine und Ausschreibungen

Zeit für neue Ideen: Idea Sprint des Journalismus Lab findet am 24.-25. April 2020 virtuell statt

Du siehst auf dem Medienmarkt einen Mangel oder eine Herausforderung und hast eine Idee zur Lösung? Noch bis zum 12. April kannst Du (auch gemeinsam mit Kolleg*innen) Deine kurze Bewerbung einreichen. Angesichts der aktuellen Lage wollen wir unseren Idea Sprint digital und familienfreundlich gestalten - und die Teams mit den besten Ergebnissen können Kandidaten für unsere nächste Startup-Förderung werden!

Idea Sprint 2020: Programminfo und Bewerbung


Deutschlands erstes Audiocamp am 19.-20. Juni 2020 richtet sich an sämtliche Fachleute der Audiowelt aus Produktion, Distribution und Vermarktung, kurz: an alle, die sich für die Zukunft der Branche interessieren. Das offene Format eines Barcamps lädt ein zum kollaborativen Austausch. Anmeldung und Themenvorschläge sind ab sofort möglich!

Audiocamp 2020: Programminfo und Anmeldung

Weitere interessante Ausschreibungen für Medienschaffende

Starthilfe für unabhängige Lokalmedien
Die Mitgliedschaftsplattform Steady startet ein Förderprogramm für unabhängige Lokalmedien. Neben ausführlicher Beratung und kostenloser steady-Nutzung winken 2.500 Euro Starthilfe beim Independent Media Accelerator.

Preisgelder für lokale Recherche
Angehende Journalist*innen, die intensiv und gründlich im Lokalen recherchieren, können bis zu 7.000 Euro Preisgeld gewinnen beim Gutenberg-Recherchepreis

Förderung für innovative Weiterbildungsangebote
Die Landesanstalt für Medien fördert neue Angebote der journalistischen Fortbildung mit bis zu 35.000 Euro. Details zur Ausschreibung stehen unter Train your skills.
 
Open Call für Startups mit Daten-Expertise
Die Gründerallianz Ruhr bringt Startups in Kontakt mit etablierten Unternehmen. Neben exklusivem Zugang zu spannenden Projekten locken 20.000 Euro Fördergeld pro Team sowie 10.000 Euro Preisgeld beim Data Hub Open Call.

Interessante Links

Übersicht der Hilfsangebote für Medienschaffende in NRW

Die aktuelle Lage stellt viele Medienunternehmen vor große finanzielle Herausforderungen. Forscher der TU Dortmund prognostizieren bereits ein beispielloses Mediensterben und der DJV schätzt auf etwa 10.000 betroffene Freien allein in NRW.  Angesichts dessen informieren wir so umfassend wie möglich über Soforthilfen, Förderkredite, Ausschreibungen, Netzwerke und Ratgeberangebote. 

Hilfs- und Förderangebote für Medienschaffende und Startups


Auswirkungen der Corona-Krise auf die Medienpraxis

Professioneller Journalismus ist gefragter denn je, denn im Ausnahmezustand greifen die Menschen nicht nur auf nutzwertigen Wissenschaftsjournalismus zurück (1), sondern auch auf regionale Zeitungen (2) und das Lokalradio (3). Journalistische Qualität ist wieder Hoch im Kurs (4).

Sabrina Mazzola von Ippen Digital illustriert jedoch die Herausforderung: Journalismus in der Krise fühlt sich an wie ein dauernder Sprint, unsere Betriebe brauchen agiles Angedasetting (5). Immerhin verlief die Umstellung auf Home Office vielerorts schnell und reibungsarm, sei es bei Zeit Online (6), dpa (7) oder Westfalenpost (8). War das bei Euch auch so?

Auf der Ebene von Inhalt und Format können wir jedenfalls stolz auf den Journalismus in Deutschland sein. Die Best Practice-Listen zur Corona-Berichterstattung sind enorm (9). Doch natürlich führt die andauernde Qualitätslieferung unweigerlich zu Frage der (Re)Finanzierung: während die einen auch in der Krise nichts verschenken wollen (10), bieten andere ausschließlich ihre Corona-Berichterstattung kostenlos an (11)(12). 

Letztlich sind Fragen der Bezahlung auch immer strategische Entscheidungen. Ein Crowdfunding etwa muss man nicht zwingend als einmalige Spendensammlung betrachten, sondern kann es auch als ersten Test am Markt bewerten. Wenn die Menschen in Münster beispielsweise mehr Lokaljournalismus brauchen, werden sie eventuell auch dauerhaft für einen lokalen Newsletter bezahlen (13). 

Dass Krisen neue Chancen eröffnen können, wenn man flexibel bleibt, zeigt auch das vom Journalismus Lab geförderte Startup Robidia: das Kölner Team produziert autonom fahrende Kameraroboter für Film und Fernsehen - in der Krise helfen sie mit ihrem Angebot auch Kirchen und Universitäten (14). 

1) Eine Renaissance der Fachexperten
2) Eine Sternstunde für regionalen Journalismus
3) Hörer vertrauen ihrem Lokalradio wie noch nie
4) Es schlägt die Stunde der Qualitätsmedien
5) Sprint: Agiles Agendasetting in Zeiten von Corona
6) Zeit Online während der Kontaktsperre
7) dpa: Einsam im Newsroom
8) Veränderte Abläufe: Westfalenpost Remote
9) Best Practice: lokale und regionale Krisenberichterstattung
10) Zeitung im Corona-Modus: Qualität kostet Geld!
11) Krautreporter: keine Paywall zum Krisenthema 
12) Kontext: kostenlose Wissenslandkarte zu Corona
13) Rums: Crowdfunding für Münsteraner Lokaljournalismus
14) Robidia: Automatisierte Videoproduktion in der Corona-Krise


Praxiseinblick: Wie Audio-Schaffende remote arbeiten

Zur ausreichenden Schalldämmung genügen in Ausnahmezeiten auch Gästematratze und Schallplattenregal. Das berichtet jedenfalls Helene Pawlitzki (siehe Foto), die als Podcast-Chefin der Rheinischen Post nahezu täglich Audio-Inhalte produziert. 

Erste Branchenzahlen belegen den Trend: in Krisenzeiten werden Podcasts noch häufiger als normalerweise produziert und konsumiert, so das Ergebnis der bisherigen Corona-Statistiken des Podcast-Hosters Podigee

Aber auch Lokalradios sind gefragter denn je: Der regionale Vermarkter AMS berichtet etwa, die Lokalsender verbuchen im Vergleich zu vorherigen Monaten sehr hohe Einschaltquoten und extrem angestiegene Web-Reichweiten.

Welche Geräte und Programme für die Audioproduktion am heimischen Arbeitsplatz nützlich sein können, diskutieren Podcaster und Radioleute derzeit unter anderem bei Twitter: Remote Interviews aus dem Home Office

Du interessierst Dich für innovative Formate, valide Geschäftsmodelle und spannende Insights aus der Audio-Branche? Dann hier noch mal unsere Empfehlung: am 19.-20. Juni 2020 ist Audiocamp.


Landkarte der Lokalmedien in Nordrhein-Westfalen jetzt mit aktualisierten Einträgen 

Das Journalismus Lab hat eine interaktive Landkarte entwickelt, die die Suche nach lokalen und regionalen Medienangeboten erleichtern soll. Der Datenbestand erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, hat aber mittlerweile ein erstes Update erhalten. Vielen Dank für Eure zahlreichen Hinweise, die wir gern und jederzeit per Mail entgegen nehmen: info@journalismuslab.de

Update: Landkarte der Lokalmedien in Nordrhein-Westfalen


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